Zeitgenössische Mimi-Kunst
Die zeitgenössische indigene Kunst, lehnt sich speziell im Zentrum und im Osten Arnhemlands stark an traditionelle Formen und Materialien an. Rindenmalerei (bark painting), Schnitzereien, Skulpturen aus Holz, Malereien auf Stein und natürlich auf Leinwand sind in der indigenen Kunst Australiens weit verbreitet und in all diesen Formen finden sich auch Darstellungen der Mimi-Geister.
Bark Painting
Überblick
Die Rindenmalerei mit Ockerfarben ist die gängigste und am weitesten verbreitete Kunstform in Arnhemland. Von hier aus verbreitete sie sich schon vor der Ankunft der ersten weissen Siedler über den australischen Kontinent. Interessierten sich im 19. Jahrhundert lediglich die Anthropologen für die Rindenmalerei, ermunterten später die Missionare die Aboriginals 'bark paintings' zum Verkauf herzustellen, um Einkünfte für ihre Stammesgemeinschaft zu erzielen. Seit die Rindenmalerei in den 80er Jahren von der Kunstgeschichte entdeckt wurde, hat sie sich zum wohl wichtigsten Zweig der zeitgenössischen Kunstproduktion des indigenen Australien entwickelt.
Herstellung
Zur Herstellung von Rindenmalereien benötigt man nicht viel: Farbe, Pinsel, Rinde, Fixiermittel und Feuer. Die Rinde sollte möglichst glatt, ohne Risse und Verwachsungen sein. Am besten wird sie während der Regenzeit geschnitten. Dazu werden ein vertikaler und zwei horizontale Schnitte werden am Baum angebracht und die Rinde dann mit Hilfe eines scharfen Gegenstandes vorsichtig abgezogen. Verwendet wird nur die innere, die weiche Rinde, die zunächst in ein Feuer gelegt wird und anschließend, zum endgültigen Trocknen, flach auf dem Boden ausgebreitet und mit Steinen beschwert wird. Die so erstellte 'Leinwand' kann dann bemalt und die Malerei anschließend fixiert werden. Dies geschieht traditionellerweise mit Orchideen-Saft.
Mick Kubarkku
Ursprünglich um für heilige Zeremonien zu malen, hat der 1925 in Arnhemland geborene Kubarkku die Malerei von seinem Vater gelernt. Er begann mit der Darstellung von Krokodilen und Mimih Geistern. Erst später hat er seine Arbeiten in Maningrida auch verkauft, um bei der weissen Bevölkerung mehr Verständnis für die Kultur der Aboriginals zu erreichen.
"Ich habe mit der Rindenmalerei für Nicht-Aboriginals begonnen, als Maningrida gegründet wurde und nur aus Hütten bestand. Reverend Gown Armstrong war einer der ersten Balanda (weissen Menschen) an den ich mich erinnere, der Rindenmalereien gekauft hat. Aber, wir haben kein Geld bekommen, nur freies Essen. Mit die ersten Bilder, die ich gemalt habe, waren von Krokodilen und Mimih Geistern.
Die Rindenmalerei hat eine grosse Tradition bei uns. Ich möchte, dass meine Kinder malen lernen; meine Söhne und auch eine meiner Töchter. Früher haben Frauen nicht gemalt, aber jetzt ist es okay wenn sie malen...Meine Kinder malen das, was ich Ihnen sage. Ich male meine Duwa Dreamings für die ich zeremoniell verantwortlich bin.
Wir wollen, dass die Nicht-Aboriginals unsere heiligen Stätten oder Djang verstehen und dass sie die Namen dieser Plätze, zum Beispiel hier in Kubumi, Kurruldul und Milmilngkan, kennen und über unsere Dreamings Bescheid wissen. Mit diesen Malereien, können wir den Balanda helfen zu lernen und zu verstehen."Quelle:http://gallery.discoverymedia.com.au/xroads/xroads_single.asp?xartist_id=%2711%27 (Übersetzung: J. Lambrich)
Guningbal Mimi Skulturen im Wald
Holzskulpturen und Schnitzereien
Guningbal
Der wohl berühmteste Schnitzer von Mimi-Figuren ist der Kunwinjku Künstler Guningbal. Crusoe Guningbal, ein Sprecher der Gunwinggu (Kunwinjku), lebte von 1922 bis 1984 in Maningrida, Western Arnhem Land.
Von ca. 1968 an, stellte Guningbal einzigartige Mimih Skulpturen her, die im Maningrida Art Centre zum Verkauf angeboten wurden. Diese exklusiv von ihm erschaffenen Holzskulpturen inspirieren bis heute die Arbeit junger indigener Künstler und dienen ihnen als Vorbild.
