Prähistorische Kunst aus der Welt der Geister
Felsmalereien - Die Kunst der 'Mimi'
Felsmalereien enthüllen viel über das Leben aufeinander folgender Generationen von Aboriginals. Die ältesten einfarbigen Malereien zeigen eine ganze Reihe von Waffen, Gegenständen und zeremoniellen Insignien, die spätere Generationen nicht mehr nutzten. Mimi-Felsmalereien aus dieser Epoche sind mindestens 11.000 Jahre alt; einige Malereien in Oenpelli werden von Archäologen sogar 20.000 auf Jahre geschätzt.
Die Mimi-Figuren

Mimi Felsmalerei
Die 'Mimi' Figuren zählen zu den feinsten und elegantesten Felsmalereien der Aboriginals. Fast ausschließlich mit roten Ockerfarben gemalt, reicht ihre Farbpalette von blassrot bis dunkelbraun. Die alten, selten durch neuere übermalten, Malereien rennender und tanzender Figuren finden sich in den zerklüfteten Regionen im Westen von Arnhem Land.
Mimis sind in feinen Linien gezeichnet und stellen Figuren in Bewegung dar: beim Jagen, Laufen und Tanzen. Sie erscheinen entweder völlig schmucklos oder mit ausladendem Kopfschmuck. Häufig tragen die Mimi-Figuren eine Reihe unterschiedlicher Waffen.
Verbreitet ist auch die Darstellung sogenannter antropomorpher Mimis, mit Köpfen von Tieren und menschlichen Körpern. Känguru, Wallabie, Schnabeligel, Schildkröte, Fisch, Flughund, Krokodil und Schlange gehören zu den gängigsten Mimi-Tiermotiven, die sich in einer Höhe von bis zu 3 Metern über die Felsen erstrecken können.
Boshafte Mimi-Geister
Die boshaften, dünnen Mimi Geister, die die Felsspalten und den Busch in West Arnhem Land bewohnen, sind zentrales Thema in der Mythologie der Gunwinggu (Kunwinjku) und ihrer Nachbarstämme. Sie gehen davon aus, dass die Mimi ausserordentlich begabte Jäger waren, die in dieser Gegend schon vor den Menschen existierten und ihnen unter anderem beibrachten, Kängurus mit dem Speer zu jagen. Etliche dieser Abbildungen, die Mimis darstellen, sagen die Aboriginals nach eingehender Untersuchung, seien von den Mimis selbst gemalt worden.
Mimis bei der Jagd
Diese Malereien zeigen auch den Gebrauch von Waffen, die in Arnhem Land seit Jahrhunderten nicht mehr benutzt wurden. So werden die Mimis beispielsweise mit einer Reihe ungewöhnlicher Speere dargestellt, die sie mit der Hand werfen. Alle zeitgenössischen Speere im Norden hingegen werden mit Hilfe eines 'Speer-Werfers' abgefeuert. Diese Mimi-Figuren halten auch Boomerangs in der Hand, die es in Arnhem Land ebenfalls seit Jahrhunderten nicht mehr gibt.
