Mimis in Theater, Film und Musik
Tanztheater
Mimi - Eine Schöpfungsgeschichte
In Zusammenarbeit mit dem Volk der Kunwinjku aus West Arnhemland und der Stalker Theatre Group aus Sydney entstand die wohl erfolgreichste und eindrucksvollste zeitgenössische Produktion, die sich mit den Mimis beschäftigt.

Stelzenläufer als Mimis
Für diese Produktion von 'Mimi' wurde eigens die Marrugeku Company gegründet, die sich aus Vertretern des Stalker Theaters, indigenen Tänzern und Musikern aus Westaustralien sowie Tänzern und Malern der Kunwinijku zusammensetzt.
1994 waren zum ersten Mal Vertreter aus Sydney in Kunbarllanjnja* (Arnhemland), wo sich einige der wichtigsten Mimi-Felsmalereien befinden und die traditionellen Hüter der Mimi Geschichten leben, um mit ihnen dieses Projekt zu erörtern. Die Kunwinjku Elders, quasi der Ältestenrat; gaben schließlich 1995 ihre Einwilligung, dass die Geschichten erzählt und im Rahmen einer kulturübergreifenden Performance reinterpretiert werden durften.
'Mimi' handelt von der Beziehung zwischen den Menschen und der spirituellen Welt. Es ist eine metaphorische Reise, bei der sich Menschen und Mimis an signifikanten Punkten auf einer Art Zeitreise begegnen. Es ist keine Nacherzählung traditioneller Geschichten sondern vielmehr eine neue 'Partitur', die sich aus dem Zusammenspiel aller Beteiligten ergeben hat.

Tanzende Mimis auf Stelzen
Ein dynamisches Theatererlebnis mit Tanz, Licht, Feuer sowie traditioneller und zeitgenössischer Musik. Von Stelzenläufern und Akrobaten auf faszinierende und magische Art und Weise in Szene gesetzt.
- Marrugeku Company
- Regie: Rachael Swain
- Choreographie: Raymond D. Blanco (Meriam)
- Erzähler: Thompson Yulidjirri (Kunwinjku/Djalama)
- Musik: Peter Sculthorpe, Earth Cry, Kakadu und From Uluru
Uraufgeführt wurde das Stück 1997 in Sydney auf dem 'Festival of the Dreaming', dem größten Indigenen Kultur Festival, das jemals in Australien stattfand. Inzwischen ist 'Mimi' äußerst erfolgreich in Australien und der ganzen Welt auf Tournee gewesen: Bei der ABC Live-Übertragung vom Uluru anläßlich der Milleniumsfeierlichkeiten am Sylvesterabend 1999 genauso wie als offizieller australischer Beitrag zur Weltausstellung Expo2000 in Hannover.
*Oenpelli N.T. - auch Gunbalanya oder Kunbarllanjnja (in der Sprache der Kunwinjku)
Film
Mimih Konwuk
Dieser 1998 entstandene halbstündige Dokumentarfilm des Produzenten und Regisseurs Richard Moore* wirft einen Blick hinter die Kulissen des Tanzspektakels 'Mimi' und stellt die Künstler und Artisten vor, die dieses faszinierende Schauspiel auf dem 'Festival of the Dreaming' präsentierten.
Der Film wurde von SBS ICAM produziert und im australischen Fernsehen ausgestrahlt und kann bei SBS oder bei Marcom bezogen werden.
*Richard Moore war Executive Producer bei ABC TV Arts und produzierte etliche Dokumentationen, die mit Auszeichnungen bedacht wurden. Eine seiner Dokumentationen 'Art from the Heart?' befasst sich mit den negativen Auswirkungen der Marktmacht auf die Kunst der Aboriginals.
Dreaming in Motion - Mimi
Hinter dem Sammeltitel 'Dreaming in Motion' verbergen sich fünf zeitgenössische Kurzfilme, die Geschichten über Australien aus der Sicht der indigenen Bevölkerung erzählen: real, spannend und authentisch. Diese Kurzfilme liefen am 14. Dezember 2003 in der Sonntagsreihe 'Showcase' von SBS Independent Australien.

David Gulpilil
Der 13minütige Film "Mimi - When you buy black there is no turning back." von Warwick Thornton ist einer dieser fünf kurzen Filme. Er erzählt auf humorvolle Weise die Geschichte eines 'Yuppies' (Sophie Lee) die zwei Aboriginal-Skulpturen aus Arnhemland ergattert, eine Fisch- und eine Mimi-Skulptur. Selbstgefällig nimmt die Käuferin diese in dem Glauben mit nach Hause, eine gute Investition getätigt zu haben. Aber, sie weiß nicht, dass Mimis boshafte Geister sind. Der Mimi-Geist fängt an die Wände in ihrem Luxusappartment zu beschmutzen und als nächstes aus der Fischskulptur ein Skelett zu machen. Daraufhin wendet sie sich an einen echten Aboriginal um das Problem zu lösen. John (Aaron Pedersen) kommt ihr zu Hilfe und fragt seinen Großvater (David Gulpilil) um Rat.
Warwick Thornton
Der indigene australische Filmemacher Warwick Thornton ist auch Drehbuchautor und Regisseur von 'Green Bush', für den er u.a. den Panorama Kurzfilmpreis auf der Berlinale 2005 sowie zwei Dendy Awards beim Sydney Film Festival 2005 erhielt. Seine Mutter war eine der Gründerinnen der 'Central Australian Aboriginal Media Association' und Thornton assistierte ihr schon früh bei Radio- und Filmprojekten.
Schulen und andere Bildungseinrichtungen können den Film über DECS Tape Services beziehen.
